Die ehemalige Stiftskirche St. Martin & St. Severus

Entstehung und Architektur
Die ehemalige Stiftskirche und heutige Pfarrkirche zählt zu den bedeutendsten Werken des mittelrheinischen Übergangsstils von der Romanik zur Gotik. Der Kirchturm, das markante Westwerk, gehört in die Reihe der vom Aachener Münster ausgehenden Dreiturmgruppen. Er dominierte bereits den Vorgängerbau der heutigen Kirche, wurde 1225 übernommen und später auf seine heutige Höhe von 34 Metern erweitert.
Der Neubau begann mit dem kunstgeschichtlich bedeutsamen Ostchor (fünf Seiten eines 10-Ecks mit Zwerggalerien und Faltdächern über Dreiecksgiebeln), der die spätromanische Wandgliederung mit dem Formengefühl der beginnenden Gotik vereinigt. Anschließend folgten das Querhaus und das frühgotische Langhaus, welches die Lücke zum Westwerk schloss. Das Paradies vor dem Südeingang des Langhauses ist der einzige Bauteil der Kirche im Stil reiner Hochgotik.

Das Innere der Kirche
Innen öffnet sich die Kirche zu einem klaren, weiten Raum. Die runden Pfeiler des dreischiffigen Gebäudes tragen das Kreuzgewölbe. Im romanischen Westwerk, der früheren kreuzgewölbten Eingangshalle, befindet sich die Taufkapelle mit dem Taufstein aus belgischem Marmor. Der reich vergoldete, spätgotische Flügelaltar ist eine Antwerpener Arbeit. Der Zyklus der Heilsgeschichte ist in den Malereien und dem Schnitzwerk durchlaufend dargestellt. Im geschnitzten Mittelschrein sind 92 Einzelfiguren zu sehen. Die barocke Stumm-Orgel ist das Erstlingswerk des Orgelbaumeisters Johann Michael Stumm, des Gründers der berühmten Orgelbauerwerkstatt.
Am Vierungspfeiler gegenüber der Kanzel steht die Skulptur der „Schönen Madonna“, ein um 1320 entstandenes Werk, von der nordfranzösischen Gotik beeinflusst, mit einer Rose aus vulkanischem Tuffstein in der Hand. Besondere Kunstwerke sind auch die Pfeilerbemalungen, meist Epitaphe verstorbener Münstermaifelder Kanoniker. Bedeutendste Freskenmalerei ist der achteinhalb Meter hohe Christophorus an der Nordwand des Querschiffes.